Hand on Trigger

Erinnerung…

Posted in Uncategorized by handontrigger on August 21, 2009

Total unerwartet hat mich gerade was überrumpelt. Es handelt sich dabei um ein Lied, eine Band, eine Ära die mich meine ganze Jugend lang verfolgt hat.

Wenn man in einer Kleinstadt aufgewachsen ist, hat man eigentlich nicht viel zu lachen bzw. auch nicht viel zu tun. Es gibt Gruppen die hasst man und Gruppen denen gehört man selber an. Man kennt jeden, und fühlt sich gleichzeitig auch immer cooler als „die Flaschen die hier sonst noch so rumhängen“. Doch eines hat uns immer alle miteinander verbunden. Uns alle vereint, zumindest für nur einen Abend. Ich rede von den legendären Elenden. Was sich jetzt vielleicht anhört wie eine unangenehme Geschlechtskrankheit ist ne Band, in meienr Heimatstadt Schwedt an der Oder mehr oder weniger zu Ruhm und Ehre gekommen ist.

Und diese Band gibt jetzt (in knapp vier Wochen) nen Konzert in Schwedt. Ein Revival der ganz besonderen Art und Weise. Ich werde meine alten Punk Zeiten wieder hoch kommen lassen. Die Fred Perry Schuhe bleiben zu Hause und die alten Converse (die auch damals als ich 16 war auf diesen Konzerten mit dabei war).

Auch wenn das was diese Band verzapft heute absolut nicht mehr zu meinem Musikgeschmack gehört, freue ich mich trotzdem wie ein Kleinkind auf den Weihnachtsmann. Das Beste: Ich werde nicht nur die Band das erste Mal seit drei Jahren wieder sehen, sondern auch Freunde, die sich schon lange aus meinem Gedächtniss geschlichen haben. Was soll ich sagen? So jung kommen wir nichmehr zusammen.

Motherfucker drei mal yo, koksen aufm Weiberklo:

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On Holiday

Posted in Uncategorized by handontrigger on August 21, 2009

Nie, wirklich nie habe ich mich auf einen Urlaub so sehr gefreut wie heute, da ich an meinem letzten Arbeitsplatz auf meinem Stuhl sitze. Ich habe einfach die Nase voll von Büro, den Menschen, der Arbeit. Ich will raus. Und das werd ich auch machen. So Fuck off Verantwortungsbewußtsein.

Die anliegenden Aufgaben für mein Studium und den ganzen restlichen Mist werd ich schön beiseite tun. Interessiert mich alles nicht. Hab ich keine Lust drauf. Auf wiedersehen (ganz bestimmt)

By the way: wie peinlich war das denn gestern bitte was Sascha Lobo bei Maybrit Illner zum besten gegeben hat?Das Thema war Rente.

Zitat Lobo bei Twitter:

Schnell nochmal den Wikipedia Eintrag „Rente“ durchsehen

Was soll ich sagen, so hats sich auch angehört. An letzter Stelle mein persönliches Lieblingslied für diesen Tag: Maroon 5 – Sunday Morning. Weils schön ist, ich Adam Levines Stimme mag und ich mich auf Sonntag freue.

So long,

Only by the night

Posted in Uncategorized by handontrigger on Juli 2, 2009

Ich hätte nicht gedacht, dass mich nach den Beatsteaks, Metallica und The Sound eine Band live noch so begeistern kann. Ich wurde am vergangenen Samstag in der O2 World Berlin eines besseren belehrt.

Da saß ich nun, ohne Erwartungen und mit höllischen, vom CSD ausgelösten Fussschmerzen auf den warscheinlich schrecklichsten Plätzen in diesem kollosalen Gebäude und wartete darauf, dass die Kings of Leon die Bühne betraten.Das taten sie dann irgendwann auch mit einer Wucht und Energie, dass es mich beinahe die Ränge runter gehauen, und in den freien Fall katapultiert hätte.

Doch dazu später, denn es war ein langer, harter Weg bis zur musikalischen Erläuchtung, an diesem, vergangenen Samstag. Mal davon abgesehen, dass der Tag viel zu früh begann (um 9 um genau zu sein), freute ichE mich schon am Vorabend total darauf: CSD. Ich denke mir, wieso geh ich da eigentlich hin? Ist es nicht genau dasselbe wie an fast jedem Wochenende in Berlin? Bunte Menschen, laute Musik und Bier? Habe ich mit meiner Anwesenheit überhaupt so etwas wie ein Statement zu überbringen, und wenn ja, interessiert das überhaupt jemanden? Ich meine, bei der ganzen Geschichte gehts doch eigentlich nicht um Politik. Und wenn doch, um eine andere Politik, die mich nur indirekt betrifft (ich bin nicht homosexuell, also betrifft es mich auch nicht direkt, dass die Homoehe zwar rechtlich, dafür aber nicht per Grundgesetz gerechtfertigt wird)

Warum ist diesen Leuten das Grundgesetz so wichtig? Es geht doch nicht darum, sondern um Akzeptanz. Und diese Akzeptanz, kann einem kein Papierwisch der Welt geben, wenn in den Köpfen der Menschen eine andere Vorstellung herrscht. Natürlich ist es nur gerecht, aber eben ein Stück weit auch unwichtig, und total am Thema vorbei. Warum war ich also trotzdem da? Weil ich Alkohol trinken wollte? um Spaß zu haben? Wegen meiner Freunde? Auch, ja. Aber vor allem weil ich das Gefühl hätte, es sei richtig MIT diesen kunterbunten Menschen auf den Wagen zu feiern um ihnen zu zeigen, hey, macht weiter so. FUCK OFF GRUNDGESETZ.

Ich hätte nie erwartet dass 1 Caipi, 1 Bier, 1 Mojito, brennende Sonne und der Weg zwischen Kudam und Siegessäule einen so fertig, und vor allem betrunken machen können. Dieser Tatsache wurde ich mir dann aber spätestens auf der Wiese am Friedrichshainer Spreeufer schmerzlich (im wahrsten Sinne) bewußt. Da half auch das lauwarme Becks Ice in meiner Hand, und das zweite Green Lemon in meiner Tasche nichts. Unmotiviert wie fast nie, quälte ich mich zum Eingang, dann die Stufen hoch, und zum schluss durch die schrecklichste Stunde meines Konzertlebens: Mew. MEEEEW oder auch: Irgh. Langweilige Musik, nertötende Stimme, ich wollte nach Hause.

Dann endlich: Kings of Leon. Meine Gedanken vorm Konzert: Naja mal sehen. Gedanken danach: Unglaublich!!

Ich glaube, noch nie gefühlvollere Musik vernommen zu haben, als an diesem Abend. Die Stimme des Sängers war wie ein Peitschenschlag, der einen wach rüttelte und nur so schrie: Hör mir zu, fühl dich geil. Einzigartige Erfahrung, definitiv. Das Aussehen der Schnidde vorne auf der Bühne hat meiner Stimmung natürlich auch keinen Abriß getan. Um es mal so zusammen zu fassen: Auditiver Orgasmus (das lass ich mir nicht nehmen :D)

Und weil es so toll war, hier zum hören, schmachte und zum vor Neid erblassen:

Aggressionen

Posted in Uncategorized by handontrigger on Mai 29, 2009

Manchmal würde ich am liebsten meinen Kopf auf den Tisch schlagen, weil manche Menschen einfach unfassbar sind und mich einfach nur zur Weißglut treiben.

Wenn dazu dann auch noch das beschissendste Wetter seit Monaten, das rumgenörgle von Anderen und die Aussicht auf den Besuch der eigenen Mutter am nächsten Tag und das Wissen dass man noch kein bisschen aufgeräumt hat, hinzu kommt,ist die beschissene Laune perfekt.

Na schönen Dank auch.

Viertsemesterkrise

Posted in Uncategorized by handontrigger on Mai 28, 2009

Alles ändert sich früher oder später. Die Kleinstadt in der man morgens auf dem Weg zur Schule Rehe über die Straße laufen sieht wir getauscht gegen die Großstadt die auf dem ersten Blick so groß, fremd und angsteinflößend wirken kann. Es vergehen die ersten Monate in der ersten eigenen Wohnung und ehe man sich versieht hat man das Leben auf dem „Land“ mit immer den nicht nur am Wochenende leer gefegten Straßen und nur einem Einkaufszentrum als zentralen Treffpunkt der „coolen“ Leute, vergessen.

Man tauscht diese Eindrücke mit Nächten in denen man betrunken, im Morgengrauen aus Clubs torkelt. Melancholisch auf dem Alexanderplatz sitzt, den Fernsehturm anstarrt, von Freiheit schwafelt und sich schwört nie so zu werden wie die eigenen Eltern.

Innerhalb weniger Monate baut man sich einen nicht ganz so alltäglichen Alltag auf. Von der Party ins Bett und vom Bett in die Uni. Doch auch wenn man denkt „Wow das kann jetzt ein paar Jahre so weiter gehen“ muss auch ich einsehen, dass sich alles irgendwann ändert.

War vor einem Jahr mein Alltag noch davon bestimmt alle zwei Tage nachmittags in der Sonne zu chillen und meine Miete mühsam durch Schichten im Fitnessstudio zusammen zu raffen, geht’s heute um richtige Arbeit, Verantwortung, Pflicht und vor allem Stress was die Uni angeht.

Ich weiß nicht wieso ich die letzten drei Semester nie das Gefühl hatte Student zu sein. Vielleicht weil ich mich zu sehr von meiner eigenen Faulheit hab treiben lassen. Vielleicht auch weil es um nicht so viel ging. Höchstwahrscheinlich aber, weil ich einfach mehr Zeit und Freiraum hatte um die gestellten Aufgaben zu erledigen. Jetzt artet das am Anfang noch so lässig und easy wirkende Studentenleben in einer heftigen Midlife Crysis noch vor dem Midlife aus. Ich habe das Gefühl die Texte die ich Lesen sollte, die offenen Hausarbeiten und die zu haltenden Referate haben sich vereinigt um gepflegt die Berliner Mauer in meinem Kopf wieder zu errichten. Innere Blockade nennen es die einen. Überforderung und Lustlosigkeit sag ich dazu.

Der Druck, vergleichbar mit einer Flutwelle die ganze Kontinente ins Nirwana befördern könnte, kann die Laune schon ziemlich dämpfen.

Aber was solls. Aufgeben ist was für Verlierer. Und wenn ich es nicht schaffe auf den Wellen zu schwimmen, kauf ich mir eben ein Surfbrett.

Umschwung

Posted in Uncategorized by handontrigger on April 14, 2009

Ich bin wohl einer der metaphorischsten Menschen die es gibt. Ziemlich pessimistisch, Erinnerungen nach hängend und wahrscheinlich auch zu abergläubisch.

Symbole verknüpfe ich automatisch immer mit Erinnerungen. Jeden Tag aufs Neue sehe ich einen Platz, einen Film oder ein Gebäude, dass mich an einen Moment, ein Gefühl oder einen Menschen erinnert. Oft will man gar nicht daran erinnert werden, muss sich zwangsläufig aber immer mit der Vergangenheit auseinander setzen.

Was das an geht bin ich sinnorientiert: Hören, sehen, schmecken.

Es gibt Lieder die zwingen mich in die Knie, weil die Menschen an die ich beim Hören denken mir so wichtig sind und ich sie unglaublich vermisse, oder weil ich an den Typen denke, der mir in einer schwierigen Zeit gleichzeitig Fluch und Segen war. Es gibt Geschmäcker die man nicht jeden Tag ertragen kann, weil sie in einem eine bestimmt Illusion auslösen und weil sie dich in die Vergangenheit transportieren. Ob es der Geschmack von Bratapfel ist, der mich immer an meine Kindheit und Weihnachten erinnernt, oder der Geschmack eines bestimmten Kaugummis, den ich eine Zeit lang in diversen Berliner Clubs schmecken durfte. Der Geschmack drängt sich in den Kopf und somit auch die Menschen welche man damit verbindet. Eigentlich eine schöne Sache.

Gerüche sind so ein Thema für sich. Und ein Thema auf das ich persönlich super empfindlich reagiere. Sie können mir den Boden unter den Füßen weg ziehen und mich total aus der Bahn werfen. Gute Gerüche und typische Gerüche. Vor allem aber Gerüche von Menschen die ich vermisse. Sie begegnen mir jeden Tag. Ob morgens in der Bahn, wenn jemand mit dem selben Parfum wie ne verflossene Liebe sitzt oder eine Arbeitskollegin nach dem Waschmittel meiner Mama riecht. Konfrontiert wird man immer. Gewollt, ungewollt, bemerkt und unbemerkt.

Jahr um Jahr kommen solche Erinnerungen und Ergahrungen hinzu. So wie auch immer wieder neue Menschen hinzu kommen oder auch wieder gehen. Ich habe momentan das Gefühl, das endet in einer kompletten Reizüberflutung, weil man an jeder Ecke Gesichter alter Freunde sieht, nur weil man den gleichen Kaffee trinkt wie vor drei Jahren in der Abizeit.

Ich mache mir darüber Gedanken weil Frühling ist und ich mit Frühling und Sommer immer super gute Sachen verbinde. Vor allem aber geht jetzt eine Jahreszeit zu Ende die für mich so gut wie alles verändert hat. Dieser Winter war einfach so eine Art Meilenstein in meiner persönlichen Enwicklung. Aber jetzt wirds Zeit wieder nach Vorne zu gucken, allen Sinneseindrücken die einen an die kalte Jahreszeit erinnern zum Trotz.

Prag

Posted in Uncategorized by handontrigger on April 2, 2009

Nachdem ich mich wochenlang darauf versteift habe, für mein Auslandssemester nach England zu gehen is nun doch alles anders gekommen, als ich dachte. Prag also. Ich freue mich tierisch. Auf die Uni auf die Menschen und zuletzt auch auf die Herausforderung die die fremde Sprache mit sich bringt. Aber als altes Polnsich Ass sollte mir das ja nun nicht allzu viel Schwierigkeiten bereiten.

Das allerbeste ist, ich muss nicht ganz alleine weg von zu Hause. Wie schön dass man auch mal Glück haben kann, und dass einer der liebsten Menschen die gleiche Zusage für die gleiche Uni in der gleichen Zeit bekommen hat. Das nimmt mir ein bisschen die Angst. Angst vor dem Fremden.

Dennoch muss ich sagen, dass ich noch nie ein besonders sesshafter Mensch war und mich regelmäßig zur Frühlingszeit das Fernweh quält. Sehnsucht nach fremden Städten, fremden Menschen, einer anderen Kultur. Einfach die Sehnsucht nach Woanders. Diese Woanders darf ich dann nächstes Jahr ganze 8 Monate genießen.

Mit vielen Höhen und Tiefen rechne ich, doch weiß ich auch dass mich das auf meinem Weg zum Erwachsen werden ein ganz schönes Stück weiter bringen wird. Selstständigkeit und eine mir manchmal noch fehlende Toleranz, Verständnis und Gedult. Ich hoffe das werde ich aus dieser Erfahrung mit nehmen. Wenn nicht, sehe ich es einfach als Pflichteranstaltung der Uni an. Gut, wenn man sich für alles etwas zurrecht legen kann.

Ich für meinerseits kann das nächste Jahr kaum erwarten.

Frühlingsanfang

Posted in Umgebung by handontrigger on April 2, 2009

Die Vögel zwitschern, die Sonne brennt und man weiß nie so wirklich was man anziehen soll. Ja, ich weiß ich bin ne oberflächliche Frau, aber mal ehrlich: Morgens isses zu kalt um  ganz Ossi nur mit Übergangsjacke rum zu laufen. Nachmittags brennt die Sonne dann dermaßen, dass man überschwenglich das Jäckchen am Hacken hängen bleibt und man sich nur mit Pulli oder sogar T-Shirt ind Freie wagt. Bis die plötzliche Euphorie über den Wetterumschwung in einer ordentlichen Erkältung samt Trägheit, Husten und Kopfschmerzen endet.

Ich liebe dieses Wetter. Wenn die Bäume zumindest schon so tun, als würden sie in absehbarerer Zeit grün werden und wenn sich die Winterdepressionen so langsam aus dem Straub machen.

Frühlingsgefühle hin oder her: Der ganze „Juhu es wird endlich wieder Sommer“- Schwachsinn nutzt einem nichts, wenn man das Wetter weder genießen, noch erleben darf. Dunkle Büros können einem die Freunde da schon ganz schön nehmen.

Wenn auch alle anderen Jahreszeiten einfach so an einem vorbei gezogen ist, und wenn man nur daran gemerkt hat, dass Winter ist weil Mutti einen zwang am 24.12 mit Familie unterm Tannenbaum zu sitzen, dann fängt man schon mal an sich Gedanken zu machen: Soll das jetzt im Sommer auch so werden? Der eigentlich aktivsten Zeit des Jahres?

Wann will man denn diese ganzen Sommer Sachen ala Grillen, Feiern und einfach in der Sonne liegen genießen? Alle zwei Wochen mal?

Mit der Zeitumstellung machen sich solche Gedanken eben breit. Wie ich das nun bewerten soll, weiß ich auch nicht. Sicher ist nur, dass wird nicht der letzte Sommer also kann man den Sommer ruhig auch mal ignorieren und nur daran bemerken dass im  Büro nun 30 anstatt 20 Grad Celsius herrschen. Und das ganz ohne Heizung.

Vom Electro Ghetto aufs Klo mit Rammstein

Posted in Uncategorized by handontrigger on März 27, 2009

Wenn ich eines in den letzten zwei Wochen gelent habe, ist es Folgendes: Sei offender und verurteile Menschen nicht danach ob sie reden wie Vollidioten und aussehen wie Mega Spassten.

Was mich zu dieser Erkenntnis brachte? Unerwarteter Weise war es das Buch von Bushido.

Es fing alles mit einer eher spontanen Entscheidung vor dem unübersichtlichen Bestseller Regal bei Thalia im Alexa und dem Gedanken: „Warum eigentlich nicht!“, an. Nach einem Buch gesucht, Bushido Buch gesehen, Buch geschnappt, EC-Karte raus, bezahlt, eingetütet und ab dafür.

So kam ich zu dem Buch, welches mich die letzten zwei Wochen auf so gut wie jeder Bahnfahrt, in so gut wie jeder  Tasche begleitete. Ich muss sagen ich baue immer eine Art emotionale Beziehung zu den Büchern auf, die ich gerade lese. So auch bei diesem Buch.

Normalerweise schmücken Kavka, Schiller, Goethe, Mann, Grass, Heine, Milton und Beckett jede freie Stelle in meinen restlos überfüllten Bücherregalen oder verstauben in den Umzugskartons aus Pappe unter meinem Bett, nun kann ich das 428 Seiten dicke, schwarz-goldene, überaus schwere Buch dazu stellen.

Mal davon abgesehen dass es schreibtechnisch schon bessere Sachen gibt, die ich gelesen habe, hat mich eines doch total überrascht: Der Inhalt. Hab ich Bushido nach den ersten zwei Kapiteln noch verflucht und mich selber dafür gehasst, dass ich für dieses Scheiß tatsächlich 20 Euro bezahlt habe, wurde mir immer später klar, dass der Mann eigentlich wirklich ne Menge zu sagen hat, ihm nur niemand zu hört. Ich bezweifle dass 15-jährige Bravo-lesende Teenies den Sinn eines solchen Buches verstehen. Vielleicht wird auch ihr Männerbild zerstört durch Bushidos ständiges: „Frauen sind nicht Ernst zunehmende Huren, die sich im Tourbus flach legen lasse, während ihr Verlobter draußen auf sie wartet“-Getue. Vielleicht interessiert es sie auch nicht, und sie sind oder werden zu genau diesen Huren.

Ich meine, wie schrecklich ist es eigentlich, wenn dir keiner zuhört, dich niemand Ernst nimmt? Zumindest niemand relevantes. Und so ist es doch im Endeffekt. Kein halbwegs intelligenter Mensch würde auf die Idee kommen dieses Buch zu lesen. Einfach weil unsere Meinung schon vorgeprägt sind, von Kritikern, die angeblich nur das Wohl unserer Kinder im Kopf haben, im Endeffekt aber total vergessen dass es sich verdammt nochmal um Musik handelt.

So viele Leute fangen an über diese Musik zu urteilen nur weil sie in der Bildzeitung mal nen Artikel mit der Überschrift „Gang Bang King“ gelesen haben. Einen Text wirklich angehört, hat sich keiner. Deshalb weiß auch niemand was dahinter steckt.

Ich meine, klar sind 80% der Texte dieser ganze „Ich treibs mit deiner Mutter und vögel deine Freundin“-Ghetto Scheiß. Aber es gibt doch auch Texte die sich wirklich mit was beschäftigen: Ausländerfeindlichkeit beispielsweise. Das hört nur niemand, weil es in einer Sprache verpackt ist, die diese ganzen „Ich schreib für die Visions udn das Rolling Stone aber nebenbei auch für die Bild-Zeitung“-Schnösel nicht verstehen. Weil sie einfach zu alt und unaufgeschlossen sind. Das ist nunmal die Sprache der Jugend. Und mal ehrlich wenn ich den Vergleich ziehe zwischen Bushidos „Ich komme ausm Ghetto und habs trotzdem geschafft“ Songs udn den „Du betrügst mich, aber ich trenne mich trotzdem nicht von dir, denn ich liiiiieeeeebe dich“ scheiß ala Monrose, Queensberry und US5 (die auch noch auf englisch singen) dann wähle ich Bushido. Da fragt man sich doch: Wer hat den besseren Bezug zur Jugend?

Ich durfte es besagte zwei Wochen am eigenen Leib erfahren: „Waaaaas du liest das Buch von diesem asozialen Typen“. Naaain natürlich nicht, du Oper! 😀 Egal wo ich war und gelesen habe, immer sah ich abwertende Blicke, die fassungslos auf das Teil in meiner Hand starrten. Klar, gehört die Musik nicht zu der die ich Tag aus und Tag ein hören würde, und ich stimme bei weitem nicht mit allem überein, was in diesem Buch geschrieben wurde aber ich verstehe nicht, wie man so Voruteilsbeladen und ahnungslos Menschen verurteilen kann, und ihr könnt euch nicht vorstellen wie mich das ankotzt…

Neuanfang

Posted in Uncategorized by handontrigger on März 26, 2009

Nach wochenlangem permanetem angenervt sein, hab ich die Lager gewechselt von myblog zu wordpress. Wo nun genau der Unterschied besteht, das ist mir auch nicht klar. Es wird schon einen geben.

Nach grandioser,jahrelanger Faulheit auf meinem alten Blog, und nur wenigen, eher sinnfreien Artikeln in letzter Zeit, ziehe ich nun einen symbolischen Strich unter die Vergangenheit und setze mir einen Vorsatz fürs neue Jahr (oder passender Weise erstmal für den kommenden Sommer): Mehr schreiben.

Ich merke, dass die Arbeit die ich jeden Tag vollziehen darf, mich diesbezüglich ziemlich aussaugt. Nicht dass ich jetzt falsch verstanden werde, ich liebe es zu schreiben, ich liebe es mit Worten Menschen zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen. Aber wenn man sein Hobby zum Beruf macht, gerät man schnell in ein Loch in das man zu versinken droht, wenn man nichts dagegen unternimmt.

Im Vergleich zu früher bin ich diesbezüglich total abgestumpft. Jeden Tag über das selbe zu schreiben, laugt aus und nimmt einem die Kreativität und ein Stück auch die Freude an Worten, Sätzen, Buchstaben.

Da ich für jedes Problem ne Lösung zu wissen glaube, gibts jetzt diesen Blog, der mit dem so passenden Titel Neuanfang im ersten Beitrag ein Mahnmahl gegen meine eigene Faulheit und Verblödung dar stellt.

Dann also, auf ein Neues….