Hand on Trigger

Umschwung

Posted in Uncategorized by handontrigger on April 14, 2009

Ich bin wohl einer der metaphorischsten Menschen die es gibt. Ziemlich pessimistisch, Erinnerungen nach hängend und wahrscheinlich auch zu abergläubisch.

Symbole verknüpfe ich automatisch immer mit Erinnerungen. Jeden Tag aufs Neue sehe ich einen Platz, einen Film oder ein Gebäude, dass mich an einen Moment, ein Gefühl oder einen Menschen erinnert. Oft will man gar nicht daran erinnert werden, muss sich zwangsläufig aber immer mit der Vergangenheit auseinander setzen.

Was das an geht bin ich sinnorientiert: Hören, sehen, schmecken.

Es gibt Lieder die zwingen mich in die Knie, weil die Menschen an die ich beim Hören denken mir so wichtig sind und ich sie unglaublich vermisse, oder weil ich an den Typen denke, der mir in einer schwierigen Zeit gleichzeitig Fluch und Segen war. Es gibt Geschmäcker die man nicht jeden Tag ertragen kann, weil sie in einem eine bestimmt Illusion auslösen und weil sie dich in die Vergangenheit transportieren. Ob es der Geschmack von Bratapfel ist, der mich immer an meine Kindheit und Weihnachten erinnernt, oder der Geschmack eines bestimmten Kaugummis, den ich eine Zeit lang in diversen Berliner Clubs schmecken durfte. Der Geschmack drängt sich in den Kopf und somit auch die Menschen welche man damit verbindet. Eigentlich eine schöne Sache.

Gerüche sind so ein Thema für sich. Und ein Thema auf das ich persönlich super empfindlich reagiere. Sie können mir den Boden unter den Füßen weg ziehen und mich total aus der Bahn werfen. Gute Gerüche und typische Gerüche. Vor allem aber Gerüche von Menschen die ich vermisse. Sie begegnen mir jeden Tag. Ob morgens in der Bahn, wenn jemand mit dem selben Parfum wie ne verflossene Liebe sitzt oder eine Arbeitskollegin nach dem Waschmittel meiner Mama riecht. Konfrontiert wird man immer. Gewollt, ungewollt, bemerkt und unbemerkt.

Jahr um Jahr kommen solche Erinnerungen und Ergahrungen hinzu. So wie auch immer wieder neue Menschen hinzu kommen oder auch wieder gehen. Ich habe momentan das Gefühl, das endet in einer kompletten Reizüberflutung, weil man an jeder Ecke Gesichter alter Freunde sieht, nur weil man den gleichen Kaffee trinkt wie vor drei Jahren in der Abizeit.

Ich mache mir darüber Gedanken weil Frühling ist und ich mit Frühling und Sommer immer super gute Sachen verbinde. Vor allem aber geht jetzt eine Jahreszeit zu Ende die für mich so gut wie alles verändert hat. Dieser Winter war einfach so eine Art Meilenstein in meiner persönlichen Enwicklung. Aber jetzt wirds Zeit wieder nach Vorne zu gucken, allen Sinneseindrücken die einen an die kalte Jahreszeit erinnern zum Trotz.

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Eine Antwort

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  1. minnie said, on Mai 2, 2009 at 5:12 pm

    assoziation kann so bittersüss sein. aber hätten wir sie nicht, würden wir uns nicht erinnert fühlen, würden wir dann nicht irgendwann vergessen?


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