Hand on Trigger

Viertsemesterkrise

Posted in Uncategorized by handontrigger on Mai 28, 2009

Alles ändert sich früher oder später. Die Kleinstadt in der man morgens auf dem Weg zur Schule Rehe über die Straße laufen sieht wir getauscht gegen die Großstadt die auf dem ersten Blick so groß, fremd und angsteinflößend wirken kann. Es vergehen die ersten Monate in der ersten eigenen Wohnung und ehe man sich versieht hat man das Leben auf dem „Land“ mit immer den nicht nur am Wochenende leer gefegten Straßen und nur einem Einkaufszentrum als zentralen Treffpunkt der „coolen“ Leute, vergessen.

Man tauscht diese Eindrücke mit Nächten in denen man betrunken, im Morgengrauen aus Clubs torkelt. Melancholisch auf dem Alexanderplatz sitzt, den Fernsehturm anstarrt, von Freiheit schwafelt und sich schwört nie so zu werden wie die eigenen Eltern.

Innerhalb weniger Monate baut man sich einen nicht ganz so alltäglichen Alltag auf. Von der Party ins Bett und vom Bett in die Uni. Doch auch wenn man denkt „Wow das kann jetzt ein paar Jahre so weiter gehen“ muss auch ich einsehen, dass sich alles irgendwann ändert.

War vor einem Jahr mein Alltag noch davon bestimmt alle zwei Tage nachmittags in der Sonne zu chillen und meine Miete mühsam durch Schichten im Fitnessstudio zusammen zu raffen, geht’s heute um richtige Arbeit, Verantwortung, Pflicht und vor allem Stress was die Uni angeht.

Ich weiß nicht wieso ich die letzten drei Semester nie das Gefühl hatte Student zu sein. Vielleicht weil ich mich zu sehr von meiner eigenen Faulheit hab treiben lassen. Vielleicht auch weil es um nicht so viel ging. Höchstwahrscheinlich aber, weil ich einfach mehr Zeit und Freiraum hatte um die gestellten Aufgaben zu erledigen. Jetzt artet das am Anfang noch so lässig und easy wirkende Studentenleben in einer heftigen Midlife Crysis noch vor dem Midlife aus. Ich habe das Gefühl die Texte die ich Lesen sollte, die offenen Hausarbeiten und die zu haltenden Referate haben sich vereinigt um gepflegt die Berliner Mauer in meinem Kopf wieder zu errichten. Innere Blockade nennen es die einen. Überforderung und Lustlosigkeit sag ich dazu.

Der Druck, vergleichbar mit einer Flutwelle die ganze Kontinente ins Nirwana befördern könnte, kann die Laune schon ziemlich dämpfen.

Aber was solls. Aufgeben ist was für Verlierer. Und wenn ich es nicht schaffe auf den Wellen zu schwimmen, kauf ich mir eben ein Surfbrett.

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